Armenien 2012 (geplant)
Armenian Memorial Day in Weimar
Zum Gedächtnis an den Völkermord an die Armenier und die christlichen Minderheiten am 24. April 1915 in der Türkei (dem ehemaligen Osmanischen Reich).
- Gedenkveranstaltung in Buchenwald
- Konzert in Weimar mit armenischen Künstlern
Kulturreise der Stadt Weimar nach Armenien
mit Oberbürgermeister Stefan Wolf
Reisetermin: 9. bis 20. September 2012
Liebe Weimarerinnen und Weimarer,
im kommenden Jahr werden wir für Sie neben der Bürgerreise auch wieder eine Kulturreise der Stadt Weimar zu einem Ziel des Vorderen Orients anbieten. Diese Kulturreise wird von Dr. Klaus Gallas geplant und begleitet, und uns nach Armenien führen. Auf dieser Reise, die uns auch zu Orten der frühen Christenheit führen wird, sind vielfältige Begegnungen und Gespräche mit Vertretern armenischer Kulturschaffender geplant. Natürlich werden wir auch das Genozid-Denkmal in Erinnerung an den Völkermord an das armenische Volk in den Jahren 1915/16 in Jerewan besuchen. Ich hoffe auf Ihr reges Interesse, viele interessante Erlebnisse und gute Gespräche auf dieser Reise. Mit dieser Kulturreise nach Armenien will die Stadt Weimar die 2009 begonnene Tradition fortsetzen.
Stefan Wolf
Oberbürgermeister der Stadt Weimar
Die armenische Landschaft gleicht einer strengen Poesie. In dem Land zwischen dem Schwarzen Meer und dem Kaspischen Meer türmen sich Steinberge zu mächtigen (bis zu mehr als 5000 m) hohen Gebirgen, in denen mal herbe mal liebliche Täler, mal sanfte mal raue Ebenen (in einer Höhe von 1000 m) sich abwechseln. Inmitten dieser uralten »biblischen« Landschaft entspringen die Quellflüsse von Euphrat und Tigris. Durch Armenien fließen auch die großen Ströme Kura und Aras. Hier liegt der biblische Berg Ararat (5137 m), auf dem einst Noah mit seiner Arche strandete. Damit ist Armenien das biblische Ursprungsland der Menschheit. Hier, in der weiten armenischen Kulturlandschaft, zwischen Steppen und Tälern, liegen die ältesten christlichen Kirchen und die uratäischen Ursprünge Armeniens der vorchristlichen Epoche. In dieser grandiosen Landschaft Armeniens erblühte schon seit dem 1. Jh. n. Chr. das Christum, das noch bevor es von Konstantinopel/Byzanz anerkannt wurde, zur Staatsreligion erhoben wurde. Heute teilt sich die armenische Kulturlandschaft auf die Länder Türkei und Iran, auf Aserbeidschan und Georgien, auf Syrien und Irak auf. Der heutige (Kern-) Staat Armenien existiert erst seit 1991, seit dem Zusammenbruch der UdSSR. Die Kulturreise der Stadt Weimar führt Sie zu den fünf armenischen Weltkulturerbe-Stätten der UNESCO, zu den wichtigsten armenischen Kirchen, führt Sie durch die grandiose armenische Landschaft und sucht Begegnungen mit Menschen. In Jerewan besuchen wir auch das Genozid-Denkmal, das an den Völkermord an das armenische Volk in den Jahren 1915/16 während des 1. Weltkrieges erinnert.
Routenverlauf
1. Tag: Sonntag 9. September 2012
Hinflug ab Frankfurt um 20:10 Uhr über Wien oder Prag nach Jerewan.
An Jerewan Mo 4:35 Uhr
2,5 Übernachtungen in Jerewan
2. Tag: Montag 10. September 2012
Unser Ankommen in Armenien beginnen wir nach dem späten Frühstück um 11:30 Uhr mit einer Fahrt in die armenische Bergwelt und besichtigen ausgewählte Monument des armenischen UNESCO Weltkulturerbes und Hinterlassenschaften der antiken Vergangenheit aus der römischen Epoche. Zuerst erreichen wir nach gut 30 km den römischen Tempel von Garni aus dem Jahre 66 n.Chr., der 1679 durch ein Erdbeben zerstört wurde. In Garni wurden auch ein römischer Palast, eine Badeanlage aus dem 3.Jh. n.Chr. und eine frühchristliche Vier-Konchen-Anlage ausgegraben. In der Zeit zwischen 1966 und 1976 wurde der römische Tempel als Rekonstruktion neu errichtete. Heute ist er eines der Wahrzeichen des antiken Armeniens. Dieses Monument ist das einzige Beispiel hellenistisch-römischer Tempelarchitektur im ganzen Trans-Kaukasus.
Nur etwa 7 km weiter nordöstlich liegt am Talende der Azat-Schlucht (UNESCO Weltnatur-Erbe) das Kloster Geghard aus dem 4. Jh. mit Klostergebäuden (Felsenkirche, Muttergottes-Kirche, Mausoleum) aus dem 12./13. Jh., die alle zum UNESCO Weltkulturerbe gehören. Übernachtung in Jerewan!
Besuch des Genozid-Denkmals. Gedenken an die Opfer des Völkermords an die Armenier. Kranzniederlegung durch den Oberbürgermeister der Stadt Weimar Stefan Wolf. Stadtbesichtigung.
3. Tag. Dienstag 11. September 2012
Heute bleiben wir den ganzen Tag in Jerewan. Wir haben Zeit zum Bummeln und Schoppen. Während der Stadtbesichtigung besuchen wir auch das Historische Museum und die Kognakfabrik von Jerewan. Geplant sind weiterhin: Empfänge beim Oberbürgermeister von Jerewan und der Kulturministerin Armeniens. Falls am Abend in der Oper von Jerewan ein Konzert oder eine Oper aufgeführt wird, haben wir Gelegenheit das Opernhaus (Option) zu besuchen. Falls an den anderen Abenden eine für uns attraktive Aufführung dargeboten wird, können wir auch an einem dieser Abende optional das Opernhaus besuchen. Am Spätnachmittag besuchen wir noch die Ausgrabungen der ehemaligen armenischen Königsstadt Dvin, die Jahr für Jahr neue Funde ans Tageslicht bringen. Übernachtung in Jerewan!
4. Tag: Mittwoch 12. September 2012
Jerewan–Goris (240 km)
Zwei Übernachtungen in Goris
Nach dem Frühstück fahren wir gen Süden nach Goris (22.000 Einwohner), wo wir zwei Nächte bleiben werden. Berühmtester Sohn der Stadt Goris ist der Schriftsteller Axel Bakunz (1889-1937). Von Goris aus gelangt man nach etwa 150 km über die M2 Fernstrasse nach Iran. Etwa 40 km nach Jerewan machen wir einen ersten kleinen Abstecher zum Kloster Chor Virup. So nah und doch so fern steht der Ararat (5.137 m) inmitten von armenischem Kulturland auf türkischem Staatsgebiet vor uns. Die Grenze zum Greifen nah, doch sie kann von niemand zur Türkei hin passiert werden. An diesem Ort wurde Grigor der Erleuchtete 288 von König Trdat III. in Kerkerhaft genommen. Heute wird der Heilige auch »Gregor der Armenier« genannt. Nach 15 jähriger Haft heilte er den schwerkranken König Trdat III., der sich daraufhin mit seiner Familie zum Christentum bekehren und taufen ließ. Als christlicher König veranlasste er dann 301 n. Chr., dass in Armenien das Christentum als Staatsreligion eingeführt wird; damit existiert in Armenien die älteste christliche Kirche der Welt. Weiter geht es Richtung Süden fast parallel entlang der Grenze zur autonomen Republik Nachitschevan (Naxçivan), die zu Aserbeidschan gehört und heute hauptsächlich von Schiiten bewohnt wird. Nach etwa 70 km erreichen wir unser nächstes Besichtigungsziel: Nur wenige Kilometer südwestlich der Hauptstrasse besichtigen wir in einer wunderschönen einsamen Bergwelt die großartige Klosteranlage von Noravankh aus dem 9./10. Jahrhundert mit der Karapetos Kirche (13. Jh.) und dem Mausoleum von König Sembat. Ein zweite zweigeschossige Kirche aus dem Jahre 1339 ist der Muttergottes (S. Astvatsatsin) geweiht, unter der eine Gruft die Gebeine des Fürsten Burtel Orbeljan birgt. Übernachtung in Goris.
5. Tag: Donnerstag 13. September 2012
Heute stehen zwei Besichtigungspunkte in der atemberaubenden Bergwelt Armeniens auf unserem Programm. Nach dem Frühstück fahren wir durch die Worotan-Schlucht zuerst zum Kloster Tathev, das in einer grandiosen Gebirgslandschaft gleich einem Adlerhorst hoch oben auf einem Felsplateau sich in den Himmel reckt. An einem uralten heiligen Ort im 9. Jahrhundert gegründete, war das Kloster im 14./15. Jahrhundert eine Universität und wurde damals von mehr als 500 Mönchen bewohnt. Die Hauptkirche des Klosters wurde 895/906 errichtet und den Aposteln Peter und Paul geweiht. Der Sakralraum ist eine Mischung aus einer dreischiffigen Basilika und einer Kreuzkuppelkirche.
Wir fahren weiter in Richtung Sisian (17.000 Einwohner), einer kleinen Stadt am Worotan Fluss. Von hier aus gelangen wir nach etwa 4 km zu dem 3500 Jahre alten prähistorischen Steinkreis Zorats-Karers (Karahundj, die „Stonehenge“ von England). Noch heute spekulieren Archäologen und Astronomen über den (kultischen?) Sinn dieser Anlagen. Diese wunderschöne Landschaft lädt ein zum Verweilen und Gesprächen über das Schicksal des armenischen Volkes ein. Nach dieser Besichtigung fahren wir nach Goris zurück. Übernachtung in Goris!
6. Tag: Freitag 14. September 2012
Goris – Sevan (205 km)
Eine Übernachtung in Sevan
Unsere heutige Fahrt führt uns über den neu ausgebauten Selim-Paß (2.410 m) zum Sevan-See, das »blaue Paradies« Armeniens, das von vielen Armeniern aus Jerewan als willkommenes Naherholungsgebiet genutzt wird. Unser erster Besichtigungspunkt führt uns über die Panoramastrasse des Vardenis-Gebirges zur sehr gut erhaltenen Selim-Karawanserei, die ursprünglich auf der Route der Seidenstrasse lag. Am Westufer des Sevan-Sees wandeln wir durch die Nekropole der Halbinsel Noratus, auf der Hunderte von Kreuzsteinen (Chatschkare) mit den typischen armenischen Kreuzsymbolen und vielfältigen Flechtmustern stehen. Die armenischen Kreuzsteine gibt es seit dem 9. Jahrhundert, sie sind stets nach Westen ausgerichtet. Anschließend fahren wir zum verlassenen Kloster Hajravankh, das imposant auf einer Felskuppe über dem Seeufer liegt. Den Spätnachmittag genießen wir an der Küste des Sevan-Sees oder in unserem Hotel in Sevan. Übernachtung in Sevan!
7. Tag: Samstag 15. September 2012
Sevan–Dzogaret (103 km)
Zwei Übernachtungen in Dzogaret
Gleich nach dem Frühstück besuchen wir die Sevan Kirche aus dem 9. Jahrhundert, die malerisch auf der Sevan-Halbinsel liegt. Auf der Weiterfahrt zum Norden des Landes besuchen wir die Klosteranlagen von Haghartsin und Goschavankh. Die in völliger Einsamkeit gelegene Klosteranlage Haghartsin stammt aus dem 11. bis 13. Jahrhundert und besteht aus drei Kirchen und mehreren Wirtschaftgebäuden. Von ganz besonderem architektonischem Interesse ist das Refektorium, das 1248 von dem Architekten Minas errichtet worden ist; es ist das größte armenische Bauwerk aus dieser Zeit mit einer frei tragenden Decke von 20 m Spannweite. Goschavankh liegt inmitten des gleichnamigen Dorfes. Links des Klosters erinnert eine mächtige Klykopenwand an die vorchristliche Besiedlung dieser Ortschaft. Über Dilijan gelangen wir dann zu unserem Hotel in Dzogaret. Übernachtung in Dzogaret.
8. Tag: Sonntag 16. September 2012
Jerewan–Alaverdi (170 km)
Eine Übernachtung in Dzogaret
Heute fahren wir nach einem frühen Frühstück Richtung Norden bis nahezu zur südlichen Grenze Georgiens. Wir durchfahren die wunderschöne Landschaft der Provinz Lori Richtung Lalvar Gebirge (2.543 m). Über Alaverdi fahren wir zuerst nach Achtalah mit der einzigen Kirche Armeniens, die noch heute mit wunderbaren Fresken (aus dem 13. bis 15. Jh.) geschmückt ist. Weiter geht es zu den beiden UNESCO Weltkulturerbe-Stätten: Kloster Sanahin und Kloster Haghpat. Nach etwa 30 km erreichen wir auf einem weiten Plateau den großen Klosterkomplex von Sanahin, dessen älteste Kirche, die der Muttergottes geweihte Hauptkirche, aus dem Jahre 934 stammt. Von hier aus kann man die nicht weit entfernet Klosteranlage von Haghpat aus dem 10. Jahrhundert sehen, die wir anschließend besichtigen werden. Übernachtung in Dzogaret!
9. Tag: Montag 17. September 2012
Dzogaret–Jerewan (120 km)
2,5 Übernachtungen in Jerewan
Die Rückfahrt nach Jerewan führt uns über Vanadzor und Spitak durch die weite Ebene der östlichen Ausläufer des Aragats (4.090 m). Die Kleinstadt Spitak und die umliegenden Dörfer wurden größernteils 1988 von einem Erdbeben zerstört an das heute ein beeindruckendes Denkmal mit einer zerbrochenen Erdkugel erinnert. Wir überqueren den Spitak-Paß mit 2.378 m. In der Ortschaft Aparan besichtigen wir mitten im Dorf die eindrucksvollen Mauern der frühchristlichen Khasach Basilika aus dem 4. Jahrhundert. Bei der Weiterfahrt haben wir Gelegenheit die Lebensgewohnheiten der Kurden in ihren Dörfern zu beobachten. Unterwegs Halt im kurdischen Dorf Rja Taza zur Besichtigung des alten Friedhofes, der merkwürdige mit Steinpferden versehene Männergräber aufweist, deren Größe die Bedeutung des Bestatteten erahnen lassen. Weiterfahrt zum Kloster Saghmosavank aus dem 13. Jh. am Rande der imposanten Kassakh-Schlucht. Übernachtung in Jerewan!
10. Tag: Dienstag 18. September 2012
Jerewan–Amberd–Jerewan (80 km)
Fahrt in die herrliche Berglandschaft am Fuße des Aragats (4.090 m) zur Festung Amberd, einer Burgruine und Kirche aus dem 9. Jh., die auf einem Felsplateau errichtet wurde. Auf der Rückfahrt machen wir einen Aufenthalt in die Kleinstadt Aschtarak und besichtigen hier die Kirche Karmrawor aus dem 7. Jh., sie soll die kleinste Kirche Armeniens sein. In unmittelbarer Nähe befinden sich Kirchen Tsiranavor und Spitakavor. Nach der Rückkehr in Jerewan besuchen wir die Genozid-Gedenkstätte Tsitsernakaberd. In Gedenken an die Opfer des Völkermords vom 24. April 1915 werden Oberbürgermeister Stefan Wolf und Dr. Klaus Gallas stellvertretend für alle Reiseteilnehmer einen Kranz niederlegen. Übernachtung in Jerewan.
11. Tag: Mittwoch 19. September 2012
Jerewan–Etschmiadsin–Jerewan (45 km)
An unserem letzten Tag in Armenien besuchen die alte entfernten Hauptstadt Armeniens: Etschmiadsin, das heutige Vagharschapat. Die Kathedrale von Echmiadzin ist heute das religiöse Zentrum der armenischen Christen, der Sitz des Katholikos (der armenische Vatikan). Hier befand sich seit dem Ende des 4. Jahrhunderts bis 1441 der Sitz des armenisch-apostolischen Katholikos (Patriarch der christlichen armenischen Kirche). Hier besichtigen wir neben der Klosteranlage mit der Kathedrale von Etschmiadsin auch die Kirche des Hl. Hripsime aus dem Jahre 618. Alle frühchristlichen Hinterlassenschaften von Etschmiadsin und Zvartnots gehören heute zum UNESCO Weltkulturerbe.
Nur knapp 10 km von der Kathedrale entfernt liegt die imposante Ausgrabung der frühchristlichen Klosteranlage von Zvartnots, ganz in der Nähe des Flughafens. Nach einer christlichen Legende begegneten sich an diesem Ort Anfang des 4. Jahrhunderts erstmals König Trdat III. und der Hl. Grigor der Erleuchtete, dem Begründer der christlichen Kirche Armenien. Katholikos Nerses III. (641–662) errichtete an diesem denkwürdigen Ort eine Kathedrale, die gleichzeitig für den Hl. Grigor zur Memorialkirche wurde, in der die Reliquie des Heiligen ursprünglich aufbewahrt wurde. Heute sind von der einstigen großartigen Tetra-Konchen-Anlage mit einer »kreisförmigen« Umgangsgalerie (eines 32-seitigen Vielecks) nur noch der Grundriss und imposante Architekturglieder erhalten. Abschiedsabend in einem landestypischen Restaurant. Übernachtung in Jerewan!
12. Tag: Donnerstag 20. September 2012
Transfer zum Flughafen gegen 2:00 Uhr nach Jerewan (65 km)
Rückflug ab Jerewan um 5:20 Uhr nach Frankfurt über Wien oder Prag; an Frankfurt 8:25 Uhr.
Veranstalter
Lloyd Touristik, Bremerhaven
Beratung und Buchung über Lloyd Touristik
info@lloydtouristik.de
+49 (471) 972 32 - 16
